Darmkrebszentrum Frankfurt – von der Deutschen Krebsgesellschaft zertifiziert seit 2010
Das Darmkrebszentrum am AGAPLESION BETHANIEN KRANKENHAUS Frankfurt steht unter der Leitung des Centrum Gastroenterologie Bethanien (CGB). Es wurde 2010 als erstes vertragsarztgeführtes Darmkrebszentrum Deutschlands von der Deutschen Krebsgesellschaft (DKG) zertifiziert und ist seither ohne Unterbrechung rezertifiziert – aktuell bis 2028. Wir behandeln jährlich rund 85 Patientinnen und Patienten mit Darmkrebs: von der Vorsorge über Diagnostik und Operation bis zur Nachsorge, alles an einem Ort.
Schreiben Sie uns bitte an anmeldung@gastroenterologie-frankfurt.de und vermerken Sie den Verdacht ausdrücklich im Betreff. Wir melden uns kurzfristig bei Ihnen und halten für diese Fälle Kapazitäten frei. Der E-Mail-Weg ist zuverlässiger als das Telefon, das bei uns häufig belegt ist.
Unsere Zahlen – transparent und aus dem Krebsregister
Zertifizierte Zentren müssen ihre Fallzahlen und Behandlungsergebnisse jährlich an das Hessische Krebsregister melden. Wir veröffentlichen sie hier, damit Sie unsere Erfahrung einschätzen können. Alle Angaben sind Durchschnittswerte der Diagnosejahre 2019 bis 2023.
Vollständige Tumorentfernung (R0-Rate) beim Rektumkarzinom
Die R0-Rate beschreibt, wie häufig der Tumor bei der Operation vollständig und mit tumorfreiem Randsaum entfernt wurde. Sie gilt als wichtigster chirurgischer Qualitätsindikator beim Enddarmkrebs.
| Tumorstadium | Darmkrebszentrum Bethanien | Hessen gesamt |
|---|---|---|
| UICC I | 92,9 % | 94,4 % |
| UICC II | 96,0 % | 94,9 % |
| UICC III (fortgeschritten) | 100 % | 95,4 % |
| Minimalinvasiv operiert | 74 % | 51 % |
Quelle: Hessisches Krebsregister, Rückmeldebericht 2025 (Tab. 4.12–4.13), Diagnosejahre 2019–2023. Vergleichswert „Hessen gesamt“ = Durchschnitt aller meldenden Einrichtungen.
Was das bedeutet: Gerade bei fortgeschrittenen Enddarmtumoren (UICC III) – den technisch schwierigsten Eingriffen – konnten wir im Berichtszeitraum alle Tumoren vollständig entfernen. Gleichzeitig operieren wir deutlich häufiger minimalinvasiv als der hessische Durchschnitt, was für Sie kleinere Schnitte, weniger Schmerzen und eine schnellere Erholung bedeutet.
Warum ein zertifiziertes Darmkrebszentrum?
Das Zertifikat der Deutschen Krebsgesellschaft wird jährlich von unabhängigen Fachexperten (OnkoZert) im Audit überprüft. Ein Zentrum muss dafür Mindestfallzahlen nachweisen, feste Qualitätsindikatoren erfüllen und verbindliche Strukturen vorhalten. Studien zeigen, dass Patientinnen und Patienten in zertifizierten Zentren seltener Komplikationen erleiden und länger leben als in nicht zertifizierten Häusern.
Konkret heißt das für Sie:
- Erfahrung durch Menge. Wir erfüllen alle Mindestmengen der DKG sowie die verschärften Vorgaben des Gemeinsamen Bundesausschusses für 2027 und 2029 – bereits heute.
- Jeder Fall wird im Team besprochen. Kein Behandlungsplan entsteht im Alleingang, sondern immer im interdisziplinären Tumorboard.
- Geprüfte Ergebnisse. Unsere Operations- und Überlebensdaten werden extern erfasst und mit dem Landesdurchschnitt verglichen.
- Verbindliche Betreuung. Psychoonkologie, Ernährungsberatung, Sozialdienst und Studienzugang sind Pflichtbestandteile – keine freiwillige Zusatzleistung.
Ihr Weg bei uns – von der Diagnose bis zur Nachsorge
Erstkontakt und Darmspiegelung
Bei Beschwerden oder auffälligem Vorsorgebefund führen wir zeitnah eine Darmspiegelung (Koloskopie) durch – auf Wunsch in Sedierung. Verdächtige Areale werden im selben Termin biopsiert, kleine Polypen direkt entfernt.
Diagnose und Ausbreitungsdiagnostik (Staging)
Bestätigt die Gewebeprobe einen Tumor, klären wir innerhalb weniger Tage, wie weit er fortgeschritten ist: Endosonografie, CT von Brustkorb und Bauchraum, beim Enddarmkrebs zusätzlich ein MRT des Beckens.
Interdisziplinäres Tumorboard
Ihr Fall wird in unserer wöchentlichen Tumorkonferenz von Gastroenterologie, Viszeralchirurgie, Onkologie, Radiologie, Strahlentherapie und Pathologie gemeinsam besprochen. Ergebnis ist eine leitliniengerechte Therapieempfehlung.
Therapie
Je nach Befund kommen endoskopische Abtragung, Operation, Chemotherapie, Antikörpertherapie oder Strahlentherapie zum Einsatz – häufig in Kombination.
Nachsorge
Nach Abschluss der Behandlung übernehmen wir Ihre strukturierte Nachsorge nach S3-Leitlinie: regelmäßige Kontrollen, Koloskopien und Bildgebung in festen Intervallen – ambulant bei uns.
Behandlungsspektrum
Endoskopie – inklusive ESD und EMR
Wir bieten das komplette diagnostische Spektrum: hochauflösende Koloskopie, Chromoendoskopie und Endosonografie. Darüber hinaus beherrschen wir die anspruchsvollen endoskopischen Resektionsverfahren ESD (endoskopische Submukosadissektion) und EMR (endoskopische Mukosaresektion) – Techniken, die in Deutschland nur von wenigen Zentren angeboten werden.
Der Vorteil für Sie: Große Polypen und frühe Karzinome lassen sich damit häufig vollständig durch den Darm entfernen – ohne Operation, ohne Bauchschnitt und ohne Entfernung eines Darmabschnitts.
Roboterassistierte Darmchirurgie
Die Operationen führt das Team der Allgemein- und Viszeralchirurgie unter Leitung von Prof. Dr. Christoph Heidenhain durch. Rektumresektionen erfolgen roboterassistiert (DaVinci-System) – wichtig für den Erhalt von Schließmuskel-, Blasen- und Sexualfunktion.
Onkologische Therapie
Chemotherapie, zielgerichtete Therapien und Immuntherapie erfolgen wohnortnah gemeinsam mit dem Onkologischen Centrum Bethanien. Vor Therapiebeginn führen wir die molekulare Testung des Tumorgewebes durch.
Strahlentherapie
In Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Daniela Schulz-Ertner und dem Team der Strahlentherapie am AGAPLESION Markus Krankenhaus – insbesondere die neoadjuvante Radiochemotherapie beim Rektumkarzinom.
Supportive Versorgung und Palliativmedizin
Psychoonkologische Begleitung, Ernährungsberatung, Stomatherapie und Sozialdienst gehören fest zum Zentrum. Im Bethanien Krankenhaus besteht zudem eine Palliativstation unter der Leitung von Dr. Sabine Mousset.
Klinische Studien
Über unser Studienzentrum erhalten Sie Zugang zu aktuellen Therapiestudien – auch dann, wenn Standardtherapien ausgeschöpft sind.
Interdisziplinäres Tumorboard
Jeden Montag, 13:15 Uhr
AGAPLESION BETHANIEN KRANKENHAUS, Haus D, Konferenzraum, 5. Stock
Besprochen werden Fälle des Darmzentrums, gastrointestinale Tumoren, hämatologische Neoplasien, Kopf-Hals-Tumoren und Mammakarzinome. Zuweisende Kolleginnen und Kollegen können ihre Patientinnen und Patienten kostenfrei vorstellen und an der Konferenz teilnehmen.
Anmeldung: Tumorkoordination.BKF@agaplesion.de
Informationen für zuweisende Ärztinnen und Ärzte →
Zweitmeinung bei Darmkrebs
Eine Krebsdiagnose ist eine Entscheidung unter Druck – und Sie haben das Recht, sich abzusichern. Wir bieten Ihnen eine unabhängige Zweitmeinung zu Diagnose und Therapieplan an, unabhängig davon, wo die Erstdiagnose gestellt wurde. Auf Wunsch stellen wir Ihren Fall in unserem Tumorboard vor. Bringen Sie dazu bitte Befunde, Histologie und Bildgebung (CD) mit.
Darmkrebs vorbeugen – Vorsorge wirkt
Darmkrebs entsteht fast immer aus zunächst gutartigen Polypen. Werden diese bei einer Vorsorgekoloskopie entfernt, entsteht der Krebs gar nicht erst. Die Vorsorgekoloskopie ist für Frauen und Männer ab 50 Jahren möglich. Bei familiärer Vorbelastung ist eine frühere Untersuchung sinnvoll und in der Regel ebenfalls erstattungsfähig – sprechen Sie uns darauf an.
Zum Arzt sollten Sie zeitnah bei: Blut im Stuhl, einer anhaltenden Veränderung der Stuhlgewohnheiten, ungewolltem Gewichtsverlust, neuer Blutarmut oder krampfartigen Bauchschmerzen. Diese Beschwerden haben meist harmlose Ursachen – abklären sollte man sie trotzdem.
Mehr zur Darmkrebsvorsorge → · Ablauf der Darmspiegelung →
Kontakt und Anfahrt
Im Prüfling 21–25 · 60389 Frankfurt am Main
E-Mail: anmeldung@gastroenterologie-frankfurt.de
Telefon: 069 4600060
Sprechzeiten: Montag bis Donnerstag 7:30–17:00 Uhr · Freitag 7:30–16:30 Uhr
Unser Telefon ist häufig stark belegt. Für Terminanfragen erreichen Sie uns am schnellsten online über Doctolib oder per E-Mail.
So finden Sie zu uns
Mit der U-Bahn: Vom Frankfurter Hauptbahnhof nehmen Sie die U-Bahnlinie 4 in Richtung Seckbacher Landstraße / Enkheim bis zur Haltestelle „Bornheim Mitte“. Von dort sind es etwa fünf Minuten zu Fuß: Saalburgstraße – Neebstraße – Im Prüfling.
Mit dem Bus: Die Buslinien 34, 38, 43 und 103 halten an der Haltestelle „Im Prüfling“ in unmittelbarer Nähe zu unserem Haupteingang.
Häufige Fragen zum Darmkrebszentrum
Was ist ein zertifiziertes Darmkrebszentrum?
Ein von der Deutschen Krebsgesellschaft zertifiziertes Darmkrebszentrum wird jährlich extern auditiert. Es muss Mindestfallzahlen nachweisen, jeden Fall in einer Tumorkonferenz besprechen und definierte Qualitätsindikatoren erfüllen. Das Darmkrebszentrum Bethanien ist seit 2010 durchgehend zertifiziert.
Wie viele Darmkrebs-Patienten behandeln Sie pro Jahr?
Wir diagnostizieren jährlich über 100 kolorektale Karzinome und behandeln rund 85 Patientinnen und Patienten operativ. Pro Jahr führen wir circa 56 onkologische Dickdarm- und 24 Enddarmresektionen durch (Durchschnitt 2019–2023, Hessisches Krebsregister).
Werde ich minimalinvasiv oder offen operiert?
Wann immer es medizinisch vertretbar ist, operieren wir minimalinvasiv – am Enddarm roboterassistiert. Bei uns erfolgen 74 % der Enddarmoperationen minimalinvasiv, im hessischen Durchschnitt 51 %.
Wie schnell bekomme ich einen Termin bei Krebsverdacht?
Schreiben Sie uns bitte an anmeldung@gastroenterologie-frankfurt.de und vermerken Sie den Verdacht im Betreff – wir melden uns umgehend und halten hierfür Kapazitäten frei. Der E-Mail-Weg ist zuverlässiger als das häufig belegte Telefon.
Bieten Sie ESD und EMR an?
Ja. Wir führen sowohl ESD (endoskopische Submukosadissektion) als auch EMR (endoskopische Mukosaresektion) durch – Verfahren, die nur wenige Zentren anbieten. Damit lassen sich große Polypen und frühe Karzinome häufig vollständig durch den Darm entfernen.
Kann ich eine Zweitmeinung einholen?
Ja. Wir prüfen Diagnose und Therapieempfehlung unabhängig davon, wo die Erstdiagnose gestellt wurde, und stellen Ihren Fall auf Wunsch im Tumorboard vor. Bringen Sie bitte Befunde, Histologiebericht und Bildgebung auf CD mit.
Ab welchem Alter ist die Darmkrebsvorsorge möglich?
Die Vorsorgekoloskopie ist für Frauen und Männer ab 50 Jahren möglich. Bei Darmkrebs in der Familie ist eine frühere Untersuchung sinnvoll und wird in der Regel ebenfalls erstattet.
Muss ich für die Behandlung ins Krankenhaus wechseln?
Diagnostik, Tumorboard, Chemotherapie und Nachsorge erfolgen ambulant bei uns im CGB. Nur die Operation findet stationär im AGAPLESION BETHANIEN KRANKENHAUS statt – im selben Haus, mit demselben Team.
Wann findet das Tumorboard statt?
Jeden Montag um 13:15 Uhr im AGAPLESION BETHANIEN KRANKENHAUS, Haus D, 5. Stock. Zuweisende Ärztinnen und Ärzte melden Patienten per E-Mail an Tumorkoordination.BKF@agaplesion.de an.


