Unsere Praxis behandelt das gesamte Spektrum der Gastroenterologie, Hepatologie und gastrointestinalen Onkologie. Hier finden Sie kompakte Informationen zu den häufigsten Krankheitsbildern.
Darmkrebsvorsorge
Darmkrebs ist bei frühzeitiger Erkennung in den meisten Fällen heilbar. Ab 50 Jahren – bei familiärer Vorbelastung früher – besteht gesetzlicher Anspruch auf Vorsorgekoloskopie. Die Koloskopie ist die einzige Methode, die Krebs nicht nur erkennt, sondern durch Polypenabtragung auch verhindert.
Unser Centrum ist Teil des seit 2010 DKG-zertifizierten Darmkrebszentrums Bethanien. Wir diagnostizieren und behandeln über 100 Darmkrebspatienten pro Jahr.
Erkrankungen der Speiseröhre
Eosinophile Ösophagitis (EoÖ): Chronisch-entzündliche Erkrankung der Speiseröhre, bei der eine überschießende Ansammlung von Eosinophilen die Schleimhaut schädigt. Typische Beschwerden sind Schluckstörungen und das Steckenbleiben von Speisen. Die Diagnose erfordert eine Gastroskopie mit Biopsie. Behandlung: Protonenpumpenhemmer, topische Steroide oder Dupilumab.
Achalasie: Motilitätsstörung der Speiseröhre, bei der der untere Ösophagussphinkter sich nicht ausreichend öffnet. Leitsymptom ist die progrediente Dysphagie für feste und flüssige Speisen. Diagnostik: Ösophagusmanometrie, Gastroskopie. Therapie: pneumatische Dilatation, POEM oder chirurgische Myotomie.
Gastrointestinale Onkologie
Wir betreuen Patienten mit bösartigen Erkrankungen des gesamten Magen-Darm-Trakts und der hepatobiliären Organe in enger Zusammenarbeit mit der Onkologie Bethanien, der Chirurgie und der Radiologie.
Kolorektales Karzinom: Häufigster gastrointestinaler Tumor; Früherkennung und Nachsorge sind zentrale Schwerpunkte unserer Praxis.
Ösophagus- und Magenkarzinom: Staging, endoskopische Therapie und Begleitung multimodaler Behandlungskonzepte.
Hepatozelluläres Karzinom (HCC): Früherkennung bei Risikopatienten (Leberzirrhose, chronische Hepatitis), interventionelle und systemische Therapiekonzepte.
Pankreaskarzinom und Gallenwegskarzinom (CCA): Diagnostik einschließlich EUS, ERCP und Cholangioskopie; interdisziplinäre Therapieplanung.
Chronisch entzündliche Darmerkrankungen (CED)
Morbus Crohn: Kann den gesamten Magen-Darm-Trakt befallen, häufig terminales Ileum und Dickdarm. Beschwerden: Bauchschmerzen, Durchfall, Gewichtsverlust, Erschöpfung. Therapie: Immunmodulatoren, Biologika (Anti-TNF, Anti-Integrin, IL-12/23-Hemmer). Ziel ist eine stabile, dauerhaft erhaltene Remission mit mukosaler Heilung.
Colitis ulcerosa: Chronisch-entzündliche Erkrankung mit Befall des Dickdarms. Typisch: blutige Durchfälle, Bauchkrämpfe, Schübe im Wechsel mit beschwerdefreien Phasen. Therapie: je nach Schweregrad 5-ASA, Steroide im Schub, Immunmodulatoren, Biologika oder neuere Wirkstoffe (z. B. JAK-Inhibitoren, S1P-Modulatoren).
Hepatologie – Lebererkrankungen
Hepatitis B: Chronische Virushepatitis, die unbehandelt zur Leberzirrhose und zum hepatozellulären Karzinom führen kann. Therapie: antivirale Dauertherapie zur Virussuppression; regelmäßige Überwachung ist essenziell.
Hepatitis C: Heute in der Regel innerhalb von 8–12 Wochen vollständig heilbar durch direkt antivirale Substanzen (DAAs). Frühzeitige Diagnose verhindert Spätschäden.
Autoimmune Hepatitis (AIH): Immunvermittelte Leberentzündung, die ohne Behandlung zur Zirrhose führt. Therapie: Steroide und Azathioprin; langfristige Remissionserhaltung notwendig.
Primär biliäre Cholangitis (PBC): Chronische Autoimmunerkrankung der kleinen Gallenwege mit progredientem Verlauf. Therapie: Ursodesoxycholsäure (UDCA), bei unzureichendem Ansprechen Obeticholsäure oder Fibrate.
Primär sklerosierende Cholangitis (PSC): Entzündung und Vernarbung der Gallenwege, häufig assoziiert mit CED. Regelmäßiges Cholangiokarziom-Screening erforderlich.
Metabolisch assoziierte Steatohepatitis (MASLD/MASH): Häufigste Lebererkrankung in der westlichen Welt, eng verknüpft mit metabolischem Syndrom, Adipositas und Diabetes. Therapie: Lebensstiländerung, Gewichtsreduktion; bei fortgeschrittener MASH medikamentöse Optionen (z. B. Resmetirom).