Hepatitis C: Diagnostik und Therapie in Frankfurt

Hepatitis C ist eine Entzündung der Leber, die durch das Hepatitis-C-Virus (HCV) ausgelöst wird und in den meisten Fällen chronisch verläuft – häufig über Jahre unbemerkt, bis eine fortgeschrittene Fibrose oder Leberzirrhose entstanden ist. Übertragen wird das Virus über Blut, heute vor allem durch gemeinsam genutztes intravenöses Spritzbesteck, seltener über unsterile medizinische oder kosmetische Instrumente. Die gute Nachricht: Mit modernen, direkt wirkenden antiviralen Medikamenten lässt sich Hepatitis C heute in acht bis zwölf Wochen bei über 95 Prozent der Behandelten dauerhaft heilen. Seit Oktober 2021 haben gesetzlich Versicherte ab 35 Jahren zudem einen einmaligen Anspruch auf ein Hepatitis-C-Screening im Rahmen des Gesundheits-Check-ups. Wichtig: Bestand vor der Heilung bereits eine Leberzirrhose, bleibt die regelmäßige Vorsorge auf Leberkrebs notwendig.

> 95%
Heilungsrate mit moderner antiviraler Therapie
8-12 Wochen
typische Behandlungsdauer
einmalig
Screening-Anspruch ab 35 Jahren im Check-up
6 Monate
Vorsorge-Intervall bei vorbestehender Zirrhose – auch nach Heilung

Was ist Hepatitis C?

Hepatitis C wird durch das Hepatitis-C-Virus (HCV) verursacht und fast ausschließlich über Blut übertragen – heute in Deutschland am häufigsten durch gemeinsam genutztes Spritzbesteck bei intravenösem Drogenkonsum. Vor der routinemäßigen Testung von Blutprodukten (vor 1992) spielten auch Bluttransfusionen eine Rolle. Seltener erfolgt die Übertragung über unsterile medizinische, zahnärztliche oder kosmetische Instrumente (z. B. Tätowierungen, Piercings), sexuell oder von der Mutter auf das Kind.

Eine akute Infektion verläuft meist ohne spürbare Symptome. Bei etwa 70 bis 80 Prozent der Infizierten heilt sie nicht von selbst aus, sondern wird chronisch – und schreitet über Jahre unbemerkt fort.

Wer sollte sich auf Hepatitis C testen lassen?

Ein erhöhtes Risiko haben:

  • Menschen, die aktuell oder in der Vergangenheit Drogen injiziert haben
  • Menschen mit Bluttransfusionen oder Blutprodukten vor 1992
  • Dialysepatientinnen und -patienten
  • medizinisches Personal nach Nadelstichverletzungen
  • Menschen mit Tätowierungen oder Piercings unter unsterilen Bedingungen
Neu seit Oktober 2021: Alle gesetzlich Versicherten ab 35 Jahren haben im Rahmen des Gesundheits-Check-ups einen einmaligen Anspruch auf ein Hepatitis-B- und -C-Screening – unabhängig von individuellen Risikofaktoren.

Wie wird Hepatitis C diagnostiziert?

Der erste Schritt ist ein Antikörpertest. Da ein positives Ergebnis auch eine bereits ausgeheilte, frühere Infektion anzeigen kann, folgt zur Bestätigung einer aktiven Infektion ein direkter Virusnachweis.

UntersuchungWozu
Anti-HCV-AntikörpertestNachweis einer jemals durchgemachten oder bestehenden Infektion
HCV-RNA-PCRBestätigung einer aktiven, behandlungsbedürftigen Infektion
LeberelastographieEinschätzung des Vernarbungsgrads (Fibrose/Zirrhose)
Ultraschall der LeberErkennung bestehender Zirrhosezeichen

Nur wenn HCV-RNA nachweisbar ist, liegt eine aktive Infektion vor, die behandelt werden sollte. Bei rund 20 bis 30 Prozent heilt die Infektion spontan aus, ohne dass eine Therapie nötig war. Diagnostische Untersuchungen wie Ultraschall und Elastographie führen wir im Rahmen unserer Leistungen direkt vor Ort durch.

Wie wird Hepatitis C behandelt?

Seit einigen Jahren wird Hepatitis C mit direkt wirkenden antiviralen Medikamenten (DAA) behandelt – gut verträglichen Tabletten, die gezielt in die Virusvermehrung eingreifen. Sie haben die frühere, deutlich belastendere Interferon-Therapie abgelöst.

  • Behandlungsdauer: in der Regel acht bis zwölf Wochen
  • Erfolgsrate: über 95 Prozent dauerhafte Heilung (definiert als nicht mehr nachweisbare HCV-RNA einige Monate nach Therapieende)
  • Auswahl der Therapie: abhängig von Vorbehandlung, Fibrosegrad und individueller Situation – wird persönlich festgelegt
Eine Heilung beseitigt das Virus, macht eine bereits bestehende Vernarbung der Leber aber nicht rückgängig – siehe nächster Abschnitt.

Warum die Vorsorge auch nach der Heilung wichtig ist

Eine erfolgreiche Hepatitis-C-Therapie senkt das Risiko für Leberkrebs (HCC) deutlich – aber nicht auf null, wenn vor der Heilung bereits eine Leberzirrhose bestand. Die vernarbte Leber bleibt ein Risikoorgan, auch wenn das auslösende Virus nicht mehr nachweisbar ist.

Deshalb gilt: Bei vorbestehender Zirrhose sollte die halbjährliche Ultraschall-Vorsorge auch nach erfolgreicher HCV-Therapie fortgeführt werden. Mehr zu Ablauf und Hintergrund der Früherkennung lesen Sie auf unserer Seite zu Leberkrebs (HCC).

Prof. Dr. med. Fabian Finkelmeier – Gastroenterologe und Hepatologe, CGB Frankfurt
Prof. Dr. med. Fabian Finkelmeier
Facharzt für Innere Medizin und Gastroenterologie

Prof. Finkelmeier behandelt seit vielen Jahren Patientinnen und Patienten mit viralen Lebererkrankungen und ihren Folgeerkrankungen, darunter die Leberzirrhose und das hepatozelluläre Karzinom. In PubMed sind über 130 wissenschaftliche Publikationen gelistet, ein wesentlicher Teil davon zu Lebererkrankungen und ihrer Früherkennung. Zum Profil

Häufige Fragen zu Hepatitis C

Ist Hepatitis C heilbar?
Ja. Mit modernen, direkt wirkenden antiviralen Medikamenten (DAA) werden heute über 95 Prozent der Behandelten dauerhaft geheilt – unabhängig vom Virus-Genotyp und meist innerhalb von acht bis zwölf Wochen.
Wie merkt man, dass man Hepatitis C hat?
Meist gar nicht. Eine chronische Hepatitis C verläuft über Jahre ohne spürbare Beschwerden und wird oft erst zufällig oder bei einer gezielten Untersuchung entdeckt – deshalb ist Testen wichtiger als das Abwarten von Symptomen.
Wer sollte sich auf Hepatitis C testen lassen?
Menschen mit früherem oder aktuellem intravenösem Drogenkonsum, mit Bluttransfusionen vor 1992, Dialysepatientinnen und -patienten sowie medizinisches Personal nach Nadelstichverletzungen. Seit Oktober 2021 haben zudem alle gesetzlich Versicherten ab 35 Jahren einen einmaligen Anspruch auf ein Hepatitis-C-Screening im Rahmen des Gesundheits-Check-ups.
Wie lange dauert die Behandlung?
In der Regel acht bis zwölf Wochen in Tablettenform. Die genaue Dauer und Auswahl der Therapie richten sich nach Vorbehandlung, Fibrosegrad und individueller Situation.
Muss ich nach einer erfolgreichen Behandlung weiter zur Vorsorge?
Wenn vor der Heilung bereits eine Leberzirrhose bestand, ja: Die halbjährliche Ultraschall-Vorsorge auf Leberkrebs sollte fortgeführt werden. Das Risiko sinkt durch die Heilung deutlich, aber nicht auf null.
Ist Hepatitis C im Alltag ansteckend, etwa beim Küssen oder Händeschütteln?
Nein. Das Hepatitis-C-Virus wird nahezu ausschließlich über Blut übertragen, nicht durch alltäglichen körperlichen Kontakt, gemeinsames Geschirr oder Umarmungen.
Quellen: Screening-Anspruch gemäß Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) zur Änderung der Richtlinie über die Gesundheitsuntersuchungen (Check-up), gültig seit 01.10.2021. Angaben zur HCV-Therapie basieren auf dem aktuellen fachlichen Konsens zu direkt wirkenden antiviralen Medikamenten (DAA); die S3-Leitlinie „Prophylaxe, Diagnostik und Therapie der Hepatitis-C-Virus (HCV)-Infektion" (AWMF-Registernummer 021-012) ist seit 2022 abgelaufen und befindet sich aktuell in Überarbeitung. Angaben zur Leberkrebs-Vorsorge nach HCV-Heilung: Leitlinienprogramm Onkologie, S3-Leitlinie Diagnostik und Therapie des Hepatozellulären Karzinoms und biliärer Karzinome, Langversion 5.2, AWMF-Registernummer 032-053OL.
Zuletzt fachlich geprüft: 1.8.26 · Prof. Dr. med. Fabian Finkelmeier