Schluckbeschwerden durch Achalasie: Diagnose und Therapie in Frankfurt

Von Priv.-Doz. Dr. med. habil. Mate Knabe · Facharzt für Innere Medizin & Gastroenterologie · Aktualisiert am 18. Juli 2026 · Lesezeit ca. 6 Minuten

Wenn das Schlucken stetig schwerer fällt und feste Nahrung oder sogar Flüssigkeiten scheinbar im Hals stecken bleiben, wird der Alltag zunehmend zur Belastung. Hinter solchen chronischen Schluckbeschwerden (Dysphagie) kann sich eine seltene Erkrankung der Speiseröhre verbergen: die Achalasie.

Als spezialisierte gastroenterologische Praxis in Frankfurt am Main sehen wir häufig Patientinnen und Patienten, die einen langen Leidensweg hinter sich haben, bevor die richtige Diagnose gestellt wird. Erfahren Sie hier, wie eine Achalasie entsteht, welche Symptome typisch sind und welche modernen Behandlungsverfahren Ihnen in der Region Frankfurt zur Verfügung stehen.

Das Wichtigste in Kürze

Die Achalasie ist eine chronische Funktionsstörung der Speiseröhre: Der untere Schließmuskel öffnet sich beim Schlucken nicht richtig, und die Nahrung staut sich. Sie ist nicht ursächlich heilbar, aber mit modernen Verfahren wie der POEM oder der Ballondilatation sehr wirksam und dauerhaft behandelbar. Sicher diagnostiziert wird sie durch die hochauflösende Ösophagusmanometrie.

Was ist eine Achalasie?

Die Achalasie ist eine chronische Funktionsstörung der Speiseröhre (Ösophagus). Bei gesunden Menschen transportiert die Speiseröhre die Nahrung durch gezielte Muskelbewegungen (Peristaltik) nach unten. Am Übergang zum Magen öffnet sich ein Schließmuskel – der untere Ösophagussphinkter (Speiseröhrenschließmuskel) –, um die Nahrung passieren zu lassen, und schließt sich danach sofort wieder, um vor Magensäure zu schützen.

Bei einer Achalasie ist dieser Mechanismus zweifach gestört:

  1. Der untere Schließmuskel entspannt sich beim Schlucken nicht mehr ausreichend.
  2. Die Transportbewegung der gesamten Speiseröhrenmuskulatur ist stark abgeschwächt oder fehlt völlig.

Die Folge: Die Nahrung staut sich in der Speiseröhre und kann nicht reibungslos in den Magen gelangen.

Typische Symptome: Wie äußert sich die Erkrankung?

Da die Achalasie meist schleichend fortschreitet, werden die Symptome anfangs oft fehlinterpretiert – nicht selten wird zunächst ein klassischer Reflux (Sodbrennen) vermutet. Achten Sie auf folgende Warnzeichen:

  • Zunehmende Schluckbeschwerden (Dysphagie): Zuerst bereitet feste Nahrung Probleme, im fortgeschrittenen Stadium auch Flüssigkeiten.
  • Regurgitation: Unverdaute Speisereste fließen wieder nach oben in den Mund zurück, besonders im Liegen.
  • Schmerzen hinter dem Brustbein: Häufig tritt ein krampfartiger oder drückender Schmerz im Brustbereich auf, der mit Herzbeschwerden verwechselt werden kann.
  • Ungewollter Gewichtsverlust: Aufgrund der erschwerten Nahrungsaufnahme kommt es bei vielen Betroffenen zu einem Gewichtsverlust.
Hinweis für Patienten aus dem Rhein-Main-Gebiet: Wenn Sie unter anhaltenden Schluckbeschwerden leiden, sollten diese zeitnah fachärztlich abgeklärt werden, um strukturelle Veränderungen oder andere Ursachen auszuschließen. Einen Überblick über weitere Krankheitsbilder finden Sie unter Erkrankungen & Diagnosen.

Diagnostik der Achalasie in Frankfurt

Um eine Achalasie sicher zu diagnostizieren, kombinieren wir verschiedene Untersuchungsmethoden:

  1. Magenspiegelung (Gastroskopie): Sie dient primär dazu, andere Ursachen wie Entzündungen oder Verengungen der Speiseröhre auszuschließen. Häufig zeigt sich bei einer Achalasie bereits eine geweitete Speiseröhre mit Speiseresten.
  2. Hochauflösende Ösophagusmanometrie (HRM): Der Goldstandard. Mit einer feinen Sonde wird der Druck in der Speiseröhre während des Schluckens exakt gemessen – so lässt sich die fehlende Entspannung des Schließmuskels präzise nachweisen. Mehr zur Funktionsdiagnostik.
  3. Röntgen-Breischluck: Eine Kontrastmitteluntersuchung, die das typische Bild einer am Ende spitz zulaufenden Speiseröhre („Vogelschnabelform") zeigt.

Welche Therapiemöglichkeiten gibt es?

Eine Heilung der Ursache ist aktuell noch nicht möglich, aber die Symptome lassen sich mit modernen Verfahren sehr effektiv und langfristig lindern. Ziel jeder Therapie ist es, den Druck des unteren Speiseröhrenschließmuskels zu senken.

  • Endoskopische Ballondilatation (Aufdehnung): Unter endoskopischer Kontrolle wird ein Ballon im Bereich des Schließmuskels platziert und vorsichtig gedehnt, um die Muskelfasern einzureißen.
  • POEM (Perorale endoskopische Myotomie): Ein minimal-invasives, hochmodernes Verfahren, bei dem der Muskel über eine Magenspiegelung von innen präzise gespalten wird – ohne äußeren Schnitt. Ein Schwerpunkt unseres Achalasie-Zentrums.
  • Medikamentöse Therapie oder Botox-Injektionen: Diese Verfahren kommen meist dann zum Einsatz, wenn andere Methoden aus gesundheitlichen Gründen vorübergehend nicht umsetzbar sind.

Ihr Experte für Magen- und Speiseröhrenbeschwerden in Frankfurt

Die präzise Abklärung von Schluckbeschwerden erfordert viel Erfahrung und eine moderne technische Ausstattung. Im Centrum Gastroenterologie Bethanien (CGB) in Frankfurt am Main begleiten wir Sie von der ersten Diagnosestellung bis zur individuellen Therapieplanung – in einem der wenigen spezialisierten Achalasie-Zentren der Region. Die Behandlung liegt in den Händen unseres Experten PD Dr. Mate Knabe und des gesamten Ärzteteams.

Haben Sie Fragen zur Achalasie oder leiden Sie unter chronischen Beschwerden beim Schlucken? Vereinbaren Sie einfach einen Beratungstermin in unserer Praxis.

Häufige Fragen zur Achalasie

Ist eine Achalasie heilbar?

Die Ursache der Achalasie ist bislang nicht heilbar. Die Beschwerden lassen sich jedoch mit modernen Verfahren – vor allem der POEM und der endoskopischen Ballondilatation – sehr wirksam und langfristig lindern, sodass die meisten Betroffenen wieder normal essen können.

Wie wird eine Achalasie festgestellt?

Der Goldstandard ist die hochauflösende Ösophagusmanometrie (Druckmessung in der Speiseröhre). Ergänzend dienen die Magenspiegelung zum Ausschluss anderer Ursachen und der Röntgen-Breischluck, der die typische „Vogelschnabelform" zeigt.

Was ist eine POEM?

Die perorale endoskopische Myotomie (POEM) ist ein minimal-invasives Verfahren, bei dem der verkrampfte Schließmuskel über ein Endoskop – also ohne Hautschnitt – von innen gespalten wird. Sie zählt zu den wirksamsten Achalasie-Therapien und ist ein Schwerpunkt unseres Zentrums.

Ist eine Achalasie gefährlich?

Eine Achalasie ist chronisch, aber gut behandelbar. Unbehandelt kann sie zu Mangelernährung und Gewichtsverlust führen; langfristig besteht ein leicht erhöhtes Risiko für Speiseröhrenkrebs. Deshalb sind eine konsequente Behandlung und regelmäßige Kontrollen wichtig.

An wen wende ich mich mit Schluckbeschwerden in Frankfurt?

An eine spezialisierte gastroenterologische Praxis mit Erfahrung in der Speiseröhren-Funktionsdiagnostik. Am CGB Frankfurt bieten wir im Achalasie-Zentrum das gesamte diagnostische und therapeutische Spektrum aus einer Hand.

MK

Priv.-Doz. Dr. med. habil. Mate Knabe

Dieser Beitrag wurde von PD Dr. Mate Knabe verfasst. Er ist Facharzt für Innere Medizin und Gastroenterologie, Partner im Centrum Gastroenterologie Bethanien (CGB) und leitet das Achalasie-Zentrum. Als einer der erfahrensten interventionellen Endoskopiker im deutschsprachigen Raum (ESD, POEM) verbindet er wissenschaftliche Expertise mit moderner, patientennaher Versorgung vor Ort. Zum Profil

Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt nicht das ärztliche Gespräch. Bei anhaltenden Beschwerden wenden Sie sich bitte an eine Ärztin oder einen Arzt.